Zu den orthopädischen Krankheiten, die mit Stosswellen behandelt werden, zählen:

  • der Tennisarm oder -ellenbogen (Epicondylitis humeri radialis),
  • die Plantarfaszienentzündung (Fasziitis plantaris) mit oder ohne  Fersensporn und
  • die Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei orthopädischen Krankheiten sollen die Stosswellen ihre Wirksamkeit entfalten, indem sie das erkrankte Gewebe reizen. Dabei regen sie komplexe Vorgänge an, die Durchblutung und Zellstoffwechsel im Gewebe fördern. So sollen Heilungsprozesse begünstigt und Schmerzen verringert werden. Die genaue Wirkungsweise von Stosswellen in der Orthopädie ist allerdings bis heute nicht vollständig geklärt.

Tennisarm oder -ellenbogen (Epicondylitis humeri radialis)

Als „Tennisarm“ oder „Tennisellenbogen“ wird eine schmerzhafte Reizung der Unterarmstrecksehnen an der Aussenseite des

Ellenbogens bezeichnet.

Auslöser der Beschwerden sind monotone, mit viel Kraft ausgeführte Bewegungen (nicht nur Tennisspielen!). Bei Rheumapatienten, die an einem Tennisarm oder Tennisellenbogen leiden, lässt sich jedoch oft keine konkrete Beschwerdeursache feststellen. Der stechende oder ziehende Schmerz kann in den Unterarm ausstrahlen und erhebliche Beschwerden verursachen.

Viele Betroffene können ihre alltäglichen Aufgaben nur noch eingeschränkt bewältigen. Manuelle Arbeit kann für die Patienten sogar vorübergehend unmöglich werden.

Fasziitis plantaris (mit oder ohne Fersensporn)

Bei einer Fasziitis plantaris ist die Sehnenplatte der Fusssohle im Fersenbereich entzündlich gereizt.

Auslöser ist häufig eine Überlastung der Füsse. Begünstigt werden diese Beschwerden durch eine Reihe von Faktoren – zum Beispiel Fussfehlstellungen, Übergewicht, falsches Lauftraining, stehende Berufe oder nicht richtig angepasstes Schuhwerk.

Bei manchen Patienten ist auf dem Röntgenbild zusätzlich eine knöcherne Verlängerung der Sehnenplatte, der sogenannte „Fersensporn“, zu erkennen. Er kann eventuell zu den Beschwerden beitragen, muss dies jedoch nicht zwingend. Betroffene verspüren typischerweise stechende, von der Ferse in den Fuss einstrahlende Schmerzen.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei einer sogenannten „Kalkschulter“ bilden sich Kalkablagerungen (Kalkdepots) an den Sehnenansätzen der Schulter. Diese Depots werden beim Röntgen sichtbar. Insgesamt sind rund 2,5 Prozent der Deutschen betroffen – bei vielen treten jedoch keine gesundheitlichen Probleme auf.

Beschwerden werden vor allem durch Tätigkeiten ausgelöst, die – wie zum Beispiel Malerarbeiten an der Decke – über dem Kopf ausgeführt werden: In dieser Position kann sich das Kalkdepot zwischen Schulterdach und Oberarmkopf einklemmen und eine entzündlich-schmerzhafte Reaktion verursachen.

Betroffene klagen hauptsächlich über Ruhe- und Nachtschmerzen. Phasen heftigster Schmerzen lösen sich mit beschwerdefreien Wochen und Monaten ab. Übrigens: Kalkablagerungen und damit die Beschwerden können sich auch spontan zurückbilden.

Therapiemöglichkeiten beim Tennisarm:

  • Schmerzmedikamente
  • Kortisonhaltige Injektionen bei hochschmerzhaften, akuten Zuständen
  • Wärme- und Kälteanwendungen
  • Bewegungs- und Ergotherapie
  • Massagen
  • Elektrotherapie
  • Sonophorese (schmerzfreies Einbringen von Wirkstoffen in das   Gewebe mittels Ultraschall)

Diese Therapieoptionen sollen den spontanen Heilungsverlauf des Tennisarms oder -ellenbogens unterstützen. Obwohl sich das Ausheilen der Beschwerden über Monate hinziehen kann, sind die meisten Patienten nach einem Jahr wieder komplett beschwerdefrei.